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Auswandern - Länder in Europa und Amerika

Roland Klaus, Fr. 02. Dezember 2011, 11:56

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590 Norwegen

Bild: Trondheim, Norwegen (Thinkstock)

Auch wenn es darum geht, in die Ferne zu schweifen, kann das Gute trotzdem nahe liegen. Beginnen wir daher unseren Streifzug mit der Liste der empfehlenswerten Auswanderungsländer auf unserem Kontinent. Zwei europäische Länder schaffen es in die Empfehlungsliste: die Schweiz und Norwegen.

Norwegen

Das Ass im Ärmel der Skandinavier sind die riesigen Erdölvorkommen in der Nordsee, die Norwegen zum wohl reichsten Land Europas machen. Zwar gibt es eine Staatsverschuldung, die aktuell bei rund 45 Prozent des BIP liegt. Diese wird jedoch deutlich übertroffen vom rund 500 Milliarden Euro schweren staatlichen Pensionsfonds, der in Wahrheit dafür sorgt, dass Norwegen ein stattliches Nettovermögen hat. In diesem Fonds legt die Regierung die Überschüsse aus den staatlichen Öleinnahmen sehr verantwortungsvoll an und sorgt dafür, dass der Wohlstand auch an jene Generationen weitergegeben wird, bei denen die Öleinnahmen eines Tages versiegt sein werden. Ein brüchiges Sozialsystem und Altersarmut sind daher in Norwegen nicht zu erwarten.

Im Gegenzug ist Norwegen ein teurer Standort. Vergleichsweise hohe Lebenshaltungskosten und hohe Steuern setzen einen gut bezahlten Job oder entsprechende finanzielle Reserven voraus.

Eine Aufenthaltsgenehmigung ist relativ problemlos zu bekommen. Für EU-Europäer gilt: Wer länger als drei Monate in Norwegen bleiben will, benötigt eine Aufenthaltserlaubnis. Diese kann im Land selbst bei den zuständigen Einwohnermeldeämtern beantragt werden.

Dazu muss sich der Einwanderer dann bei der Polizei melden. Nicht zuletzt dürfte ein Arbeitsvertrag obligatorisch sein oder zumindest der Nachweis, dem norwegischen Staat nicht unnötig auf der Tasche zu liegen.

Schweiz

Anders als in Norwegen kann ein Aufenthalt in der Schweiz aus steuerlichen Gründen attraktiv sein. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen recht groß. Ansonsten sprechen die Nähe zu Deutschland sowie die geringen Sprachbarrieren für die Schweiz. Allerdings weht den gut 200.000 Deutschen, die heute bereits in der Schweiz wohnen, bisweilen ein eisiger Wind ins Gesicht. Deutlich spürbar ist in einzelnen Regionen die Distanz der Einheimischen zu den Einwanderern. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, die Immobilienpreise soweit nach oben getrieben zu haben, dass sie für viele Schweizer nicht mehr erschwinglich seien.

Die Staatsfinanzen der Schweizer sind – trotz fehlender Rohstoffe – sehr solide. Die Staatsverschuldung liegt bei weniger als 50 Prozent des BIP. Das Sozialsystem ist engmaschig und über eine Kopfpauschale geregelt. Es erscheint vergleichsweise zukunftssicher.

Im Auge behalten sollte man jedoch die starke Abhängigkeit der Schweiz von der Finanzbranche. Rund 12 Prozent des BIP werden von Banken und Versicherungen erwirtschaftet – das ist fast dreimal mehr als in Deutschland und im europäischen Durchschnitt. Hier lauert ein Risiko für den Staat, falls das Bankgeheimnis zu schnell und zu stark heruntergefahren wird und es zu einem massiven Abfluss von Kundengeldern kommt.

Auf dem amerikanischen Kontinent überzeugen vor allem Uruguay und Kanada als Auswanderungsziele:

Kanada

Das zweitgrößte Land der Erde ist ein klassisches Einwanderungsland. Rund 250.000 Menschen kommen jedes Jahr aus dem Ausland, um in Kanada zu leben. Doch der Eintritt ist keine Selbstverständlichkeit. Kanada verfolgt eine Politik der selektiven Zuwanderung – ein Test entscheidet über den Zugang zum Land. Fachkräfte und Akademiker, zusammengefasst unter dem Begriff »Skilled Worker Class«, die über mehr als ein Jahr Berufserfahrung verfügen, können die Einwanderung beantragen. Maximal 100 Punkte werden im Eignungsprogramm vergeben, unterteilt in die Kategorien Alter, Ausbildung, Arbeitsplatzangebot in Kanada, berufliche Erfahrungen, Sprache und nicht zuletzt die individuelle Anpassungsfähigkeit an das kanadische System und die dortigen Gepflogenheiten zum Beispiel im Geschäftsleben. Wer mindestens 67 Zähler verbuchen kann, wird für „staatstauglich“ befunden.

Doch gerade weil Kanada so wählerisch ist, ist es gut für die Zukunft vorbereitet. Die Selektion sorgt dafür, dass vor allem jene einwandern, die die Sozialsysteme des Landes stärken.

Die politische Weitsicht zeigt sich auch in der Staatsverschuldung. Sie liegt bei nur 35 Prozent des BIP, bis auf die Jahre der Finanzkrise (2008-2010) kennt Kanada Haushaltsdefizite nur vom Hörensagen.

Uruguay

Das Land gilt als die Schweiz Südamerikas. Uruguay verfügt über ein solides Bankgeheimnis und einen starken Finanzsektor. Der macht sich bisweilen auch negativ bemerkbar, zuletzt als die Staatspleite Argentiniens den kleinen Nachbarn in eine Wirtschaftskrise stürzte. Für Uruguay sprechen eine gesunde Demografie, eine geringe Verschuldung und die traditionelle Haushaltsdisziplin der Regierung.

Wer aus Deutschland kommt, für den ist Uruguay ein wahres Schlaraffenland der Preise. Lebensmittel kosten nur zwei Drittel dessen, was hierzulande auf dem Kassenbon steht. Die Sicherheitslage im Land ist, im Gegensatz zur Mehrheit der lateinamerikanischen Länder, mehr als akzeptabel. Ob Drogenverbrechen, Zwischenfälle mit Feuerwaffen oder Überfälle – in all diesen Kategorien ist Uruguay weniger stark vertreten als seine Nachbarn.

Im dritten Teil der Serie lesen Sie, welche Länder in Asien und Ozeanien empfehlenswert sind.

 

Über den Autor Roland Klaus

 

70 Kommentare

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Anna Colon

Anna Colon vor 27 Tage | Missbrauch melden

"An Norce" Die Universitäten in USA sind nicht schlechter als hier in Deutschland!!!Man kann so was nicht verglecihen mit einfache Realschulen und unterschätzen Ausbildung von andere Nationalitäten. Ausserdem, Häuser sind nicht überall billiger als hier.

Norce

Norce vor 2 Monat | Missbrauch melden

Naja, aber das muss man im Kopf halten dass die Universitaeten in Kanada, Amerika, Australien und auch Norwegen (ja!) sind im vergleich besonders im Bereich Wissensachaften mit D. zweite Klasse, oder nicht mal das. Und die sogenante "State Universities" in USA sind kaum mehr als die Realschulen in D. Also, billige Hauser, Steuer usw. sind nicht alles. Fuer manche Menschen sind hochwertiger Vorlesungen preiswertiger als weisser Sand am Meer.

wise

wise vor 2 Monat | Missbrauch melden

es gibt leute, die sagen, der us-dollar wird steigen,
gehen aber selber nicht mit einem cent long.
und es gibt leute, die reden über auswandern, sind aber nie
selber ausgewandert.
wer solchen leuten zuhört, ist dumm!

?

? vor 2 Monat | Missbrauch melden

wann kommt den endlich der dritte teil'????????????

Ich bin der

Ich bin der vor 3 Monat | Missbrauch melden

Ich wohne jetzt seit einem Jahr in China und kann nur sagen, dass es auf jeden Fall auch ein super Land ist, wobei eis auch viele Extreme gibt. Es gibt viele schöne Städte, die so modern sind, dass Deutschland nicht mithalten kann- ich war letztens in Shengzhen. Selbstverständlich sind die ländlichen Regionen recht arm, aber das Land entwickelt sich rasch und es gibt viele Möglichkeiten hier Fuß zu fassen. Das Bild, was man oftmals von China hat ist oftmals ein Klischee. Für Menschen, die Interesse haben mal etwas anderes zu sehen und offen sind, auf jeden Fall eine Empfehlung. MFG

Roland

Roland vor 3 Monat | Missbrauch melden

Bitte nicht noch mehr Deutsche in die Schweiz, wir haben kaum noch Platz

Rosemarie Hoffmann

Rosemarie Hoffmann vor 3 Monat | Missbrauch melden

.... warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Im Osten Deutschlands kann man günstig leben und ist doch nicht so weit von den Lieben entfernt! Das gilt vor allem für Rentner, die keine Arbeit suchen.

Grutschelig

Grutschelig vor 3 Monat | Missbrauch melden

Hier die ultimative Liste:

Schweiz,
Neuseeland,
Australien,
Kanada,
USA/Florida,
Monaco (wenn man das nötige Kleingeld hat),
Bahamas,
Bermuda,
Grand Cayman Islands (britisches Protektorat),
Turks & Caicos (britische Protektorat).

In all diesen Ländern sind die Steuern und öffentliche Abgaben extrem niedrig, das Einkommen bei normaler Arbeit gut bis extrem gut und die Lebensqualität extrem gut bis fantastisch.

In den USA ist bei kommunalen Abgaben und Steuern Vorsicht geboten, da dort insbesondere über die Grundsteuern die kommunalen Ausgaben finanziert werden. Freunde von uns haben in einer sehr guten Wohngegend in New Jersey ein Haus und bezahlen pro Jahr 18.000 US$ Grundsteuern bei einem Grundstück von ca. 1.000 qm. Darüber hinaus muss man - sollte man Kinder haben - diese auf private Kindergärten / Schulen schicken, da die öffentlichen Schulen dort meist nicht viel taugen. In Florida hingegen gibt es schon für wenig Geld tolle Häuser zu kaufen (2.000qm Grundstück, 5 Schlafzimmer , 4 Bäder, 250 qm Wohnfläche, Swimming Pool, Wasserzugang mit eigenem Bootsanleger, 1 Gehminute zum Golfplatz und 5 Gehminuten zum Strand am Golf von Mexico, Grundsteuer 900 US$ pro Jahr, Kaufpreis: 295.000 US$), Lebenshaltungskosten ca. 30% billiger als in Deutschland und vor allem keine Kfz-Steuer, 50% billigeres Benzin, Heizkosten minimal, Energiekosten trotz Klimaanlage niedrig und 10% Einkommenssteuer, 2% Mehrwertsteuer. Klar muss man privat fürs Alter vorsorgen, aber man lässt den Menschen wenigstens die Mittel dazu. In Deutschland bekommst Du keine ordentliche Rente mehr und für die private Vorsorge hast Du kein Geld mehr, weil Dir der Staat alles was Du hast unterm Hintern wegbesteuert.

Also mich hält es in Deutschland nicht mehr lange!!!

Uruguru

Uruguru vor 3 Monat | Missbrauch melden

Ich wüsste nicht, dass es in Europa noch Länder gibt, die zum Auswandern reizen. Norwegen wird durch den Bericht fast ausgeschlossen weil es sich nur für eine Minderheit eignet. Die Schweiz ist ein eben solcher Kandidat. Darüber habe ich auf meiner Seite www.aus-wandern.de/schweiz ausführlich meine Meinung geschrieben.
Nicht ohne Grund bin ich dann nach Uruguay ausgewandert was sich als die beste Entscheidung herausgestellt hat. Uruguay ist fast so wie in dem Bericht beschrieben. Lediglich die Preise stimmen nicht mehr ganz so, weil es deutlich teurer geworden ist in der letzten Zeit. Die Freiheit und die Lebensqualität welche man in Uruguay genießt ist unbeschreiblich.

Alf

Alf vor 3 Monat | Missbrauch melden

na, eine selektive Zuwanderung haben wir doch auch. Alles was woanders nicht aufgenommen wird kommt zu uns.

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